Wir haben unseren Seefahrern für euch ein paar Fragen gestellt. Was sie geantwortet haben, könnt ihr hier nachlesen.


Ahoi David!

Danke, dass man Dich von Deiner wichtigen Arbeit abhalten und Dir ein paar Fragen stellen darf. Dich allen vorzustellen, die es tatsächlich geschafft haben, Dich noch nicht zu kennen (hüstel), das überlasse ich an dieser Stelle mal Dir.

  • Die mich noch nicht kennen? Mein Name sollte mittlerweile bekannt genug sein, um hier nicht viel sagen zu müssen, aber meinetwegen … Den Namen hast du ja schon halb verraten. David Callahan, Captain der Ocean Trail. Im Übrigen einem der berüchtigtsten Piratenschiffe. Man hat mir auch schon die Namen Sturmprinz und Piratenprinz gegeben.

Ok, da wir nun alle wissen, dass wir es mit dir zu tun haben, kommen wir mal zu den Fragen. Bereit?

Wenn Du es Dir aussuchen könntest, wärst Du weiterhin ein Halbling, eine komplette Sirene oder eher lieber ein ganzer Mensch? Und wenn Du Dich entscheidest, der Halblingssache auszuweichen, wie würdest Du Dich dem jeweiligen Teil der Familie gegenüber fühlen, den Du damit »aufgibst«?

  • Ich kann es mir nicht aussuchen, also ist die Frage unerheblich. Ich hatte es als Halbling nicht leicht und ich würde meine menschliche Seite nicht aufgeben, aber auch die Sirenengene waren schon oft hilfreich.

Jetzt, da Du Deinen Partner kennst, würdest Du Dich immer noch gegen eine Bindung entscheiden, wenn Du die Wahl hättest?

  • Aye. Ich würde Gabriel jetzt nicht mehr hergeben, aber es wäre alles sehr viel einfacher, wären wir nicht gebunden. Und Gabriel müsste sein Leben in London nicht aufgeben, denn wie du in deinem Fragebogen weiter unten bereits festgestellt hast: Ich könnte in London nicht leben. Der Fluss reicht nicht.

Was hättest Du Deinem Vater vor seinem Tod gerne nochmal gesagt?

  • Wie dankbar ich für alles bin. Er hat sich immer die größte Mühe gegeben, seinem Mischlingssohn ein gutes Leben zu bieten und ihn vernünftig zu erziehen.

Welcher war der schlimmste Albtraum, der Dich jemals heimgesucht hat, und war er verbunden mit einem wahren Ereignis?

  • Aye, er war verbunden mit einem wahren Ereignis, eigentlich sogar mit mehreren, aber ich werde darüber nicht sprechen.

Glaubst Du, dass Du Deinen Traum jemals erreichen kannst, also, dass es ein Ziel im Leben gibt, oder denkst Du, dass es wie mit Gier ist: Egal wie weit Du kommst, es wird nie ein Ende haben und Du wirst niemals ankommen?

  • Ich glaube, das kommt ganz auf deinen Traum an. Träumst du davon, einmal ein eigenes Schiff zu befehligen, wirst du dieses Ziel vielleicht irgendwann erreichen. Ebenso vielleicht bei einem ruhigen Lebensabend. Aber natürlich gibt es auch Träume, die kein Ende haben, bei denen immer mehr dazukommt.

Wie tief bist Du jemals in Deinem Leben getaucht und überkam Dich dabei Angst im Sinne von »ich ertrinke« oder »ich finde nie mehr zurück«? Also keine Angst wegen eines Hais oder dergleichen.

  • Ich könnte nicht mehr sagen, wie tief es war. Für einen Menschen aber schon lange unerreichbar. Dass ich nicht mehr zurückfinden könnte, davor hatte ich keine Angst. Sirenen haben einen natürlichen Orientierungssinn unter Wasser, sie finden ohne Probleme zur Oberfläche zurück und so geht es auch mir. Dass ich ertrinken könnte, aye, das kam mir schon in den Sinn. Die größte Angst hat mir aber die Tiefe selbst gemacht. Das Wissen, dass ich vielleicht sogar noch tiefer tauchen könnte, aber nicht weiß, was dort unten auf mich wartet. Normalerweise macht mir das Ungewisse keine Angst, aber unter Wasser … Da ist es etwas anderes. Vielleicht ist auch das der Instinkt.

Wofür bist Du Deinem Vater auf ewig dankbar? Und deinem Großvater. Deiner Großmutter. Sowie natürlich Deiner Mutter.

  • Mein Vater und meine Großeltern haben sich immer Mühe gegeben, für ein gutes Leben zu sorgen und einen Weg zu finden, alle Seiten zu vereinen. Es konnte nicht funktionieren, aber sie haben es immer versucht.

Was kannst Du ihnen (einzeln) nicht verzeihen?

  • Das ist meine Sache, nicht deine oder die der Leser.

Warst Du jemals neugierig, wie das Inland aussieht? Als Sirene kannst Du ja nicht zu weit vom Meer fort und auch nur Flüsse halten dies ja nur begrenzt auf.

  • Wer wäre nicht neugierig? Vor allem, wenn er genau weiß, dass er es niemals sehen wird?

Da Du als Sirene auch Magie in Deinen Adern hast und darum dem Voodoo verschrieben bist: Welcher war der erste Zauber, den Du bewusst gewirkt hast oder wirken wolltest?

  • Sirenenzauber oder Voodoozauber? Ich habe schon als Kind viel mit Wassermagie herumgespielt. Damals noch, ohne zu wissen, dass ich damit besser aufpassen sollte. Und was die Voodoozauber betrifft, da werde ich nicht allzu viel verraten. Es ist eine alte und mächtige Magie, über die nicht jeder in Einzelheiten Bescheid wissen sollte. Aber zwei der ersten Dinge, mit denen ich in Kontakt gekommen bin, waren Kelechis Heilzauber und die Beschwörung eines Loa.


Ahoi Gabriel!
Für alle, die es geschafft haben, Dich bisher noch gar nicht kennenzulernen, magst Du Dich da vorstellig machen?

  • Sicherlich kann ich dies machen, sofern gewünscht. Wobei ich nicht recht weiß, weshalb man mich kennen sollte. Außer unter dem gar lächerlichen Spitznamen, den abergläubische Seemänner meiner Person angelegt haben. Ich bin es nicht gerne, doch verkörpere ich den Sturmwolf.
    Geboren und benannt bin ich normalerweise aber anders. Ich heiße Gabriel Eric Rosswell. Ich bin Erster Offizier bei der englischen Royal Navy.

Du hast eine besondere Verbindung zu Pflanzen, aber welche ist deine Liebste und warum ist es ausgerechnet diese?

  • Diese Frage ist doch sehr merkwürdig. Wie sollte ich mich für einen Favoriten entscheiden, wenn gar keine weiteren Kriterien angegeben sind? Die liebste Pflanze in der Heilung ist eine andere, als wenn man mich nach der Farbe fragt.
    Da ich aber das Gefühl habe, dass hier sehr viel Wert auf eine Antwort gelegt wird, nehme ich einfach meine favorisierte Pflanze, bei der ich die schönste Stimme höre. Das wäre der Löwenzahn. Er hat eine schöne Farbe, er ist ein Kämpfer und sowohl zum Verzehr geeignet als auch ein Helfer in der Hausapotheke. Deswegen assoziiere ich David auch mit einem Löwenzahn, wenn er mich fragt, welche Pflanze er sei (wobei ich nicht verstehe, warum er mich dies fragt). Die Antwort scheint ihm am Anfang allerdings weniger zugesagt zu haben.

Wir wissen ja, Du kommst aus London. Aber wo warst Du sonst schon überall? Wo hat es Dir am besten gefallen?

  • Hauptsächlich war ich auf dem Meer. Ich war selbstredend in verschiedenen europäischen Ländern und Gewässern unterwegs. Und in der Karibik sowie den Kolonien auf dem Kontinent.
    Neben meinem Zuhause selbst würde ich sagen, dass Europa allgemein mich sehr verzücken konnte. Es ist eine Landschaft voller Abwechslung und selbstredend bin ich der Gesinnung der nord- und mitteleuropäischen Bevölkerung nähergelegen als einem völlig fremden Land. Das ist logisch. Dennoch habe ich Griechenland sehr schätzen gelernt.

Was macht Dich am glücklichsten?

  • Das kommt darauf an, wie ich mich an diesem Tag fühle. An manchen Tagen gibt es für mich keine schönere Befriedigung, als in Ruhe gelassen zu werden. Ich verstehe meine eigene Stimme und jene der Natur besser, wenn Menschen sich nicht einmischen.
    An anderen Tagen frohlocke ich jedoch, wenn ich mich in Gesellschaft befinde. Allerdings ist dabei immer zu erwähnen, dass es die Richtige sein muss. Eine Wellenlinie ist sehr wichtig. Gegen taube Ohren zu sprechen und an den Mauern eines verhärmten Geistes zu brechen, ist mühselig.
    Was jedoch eigentlich immer für mich wichtig ist, ist eine Tasse Tee – ich liebe die Wärme eines Getränks – und dabei der Natur zu lauschen.

Wenn Du gerade nicht auf See bist, wie vertreibst Du Dir dann die Zeit, die dennoch ja knapp bemessen ist? Was machst Du, außer Deinen Garten zu pflegen?

  • Vorrangig gehe ich meinen Pflichten nach. Diese enden nun einmal nicht, wenn ich Fuß an Land setze. Ansonsten bin ich ein leidenschaftlicher Leser und ab und an ergebe ich mich meiner Schwäche nach Kuchen und finde mich in einem Kaffeehaus wieder. Wenn ich in London verweile, so teile ich gerne Geschichten mit all jenen aus, die in unserem Haus arbeiten oder zur Familie gehören.

Wäre es auch Deine freie Entscheidung gewesen, zur Navy zu gehen, oder hättest Du ohne die Familienehre und die Familienpflicht gerne einen anderen Weg ergriffen?

  • Wie ich noch vor kurzem diese Frage beantwortet hätte, wüsste ich tatsächlich nicht. Sie wäre mir so absurd vorgekommen, dass ich nicht an sie gedacht habe. Zumindest nicht, dass jemand anderes sie mir stellen würde.
    Seit ich David getroffen habe, hat sich mein Standpunkt zu diesem Thema jedoch verändert. Ich weiß nun eine Antwort und diese ist klar ablehnend. Es war noch nie in meinem großen Interesse gewesen, zur Navy zu gehen. Verstrickungen sind sehr kompliziert und Familienpflicht- und ehre sind nun einmal nichts anderes als ein Wirrwarr.
    Wäre ich frei, so wie die Philosophen die Freiheit definieren, dann wäre ich wohl ein glücklicher Mann mit einem kleinen Haus und einem riesigen Garten. Und sehr viel Platz zum nächsten Nachbarn hin, wobei ich Menschen niemals ganz aus meinem Leben werfen würde. Allem voran nicht, falls es zu einem Notfall käme und man Hilfe bräuchte. Nachbarn sind sehr wichtig.

Wie groß war die bisher längste Zeitspanne, in der Du von Deinem Zwillingsbruder getrennt warst, und wie läuft ein Wiedersehen bei euch für gewöhnlich ab?

  • Ich gehe davon aus, dass mit »getrennt« nicht diese Eskapade gemeint ist, zu der David mich ungewollt gezwungen hat. Dementsprechend sind wir nur körperlich getrennt. Die längste Zeitspanne unter diesen Aspekten waren 13 Monate. Ein Wiedersehen kommt sehr auf die Umstände an, aber es ist doch sehr herzlich und emotional. Wir umarmen uns sogar.

Du hast schon mal angedeutet, dass es Gründe gibt, warum Tobias bereits Leftenant ist, Du aber noch Erster Offizier. Verrätst du sie uns?

  • Tobias geht zum einen mehr in seiner Pflicht auf als ich. Es erscheint mir, dass er die Neigungen zu einem solchen Leben besitzt. Da Pflichten jedoch nie zur Seite gekehrt werden dürfen, bemühte ich mich stets. Deswegen kann ich wohl sagen, dass der Hauptgrund eine Verletzung war, die ich erlitt. Diese kostete mich beinahe das Leben. Niemand weiß, wie genau ich überleben konnte, aber ich war nicht nur Monate nicht auf einem Schiff, ich musste auch wieder zu mir finden. Eine Weile lang war ich nur halbwegs ich selbst. Die Narben furchen selbstredend noch heute die Haut auf meinem Rücken.

Wie kommst Du damit klar, oft für so lange Zeit auf See zu sein? Fernab von jedem Land und allen Pflanzen und auf engem Raum mit vielen anderen Menschen, deren Emotionen doch sicher auch häufig überkochen?

  • Das weiß ich gar nicht recht zu beantworten. Ich habe kleine Pflanzen dabei und kümmere mich um diese. Die Natur an sich spricht trotz allem zu mir, da diese natürlich auch auf dem Meer vertreten ist.
    Die Menschen dagegen sind vor allem sehr anstrengend. Aber sie sind gute Männer und sie verlassen sich auf mich.

Jede Person hat Träume und Vorstellungen. Was hast Du Dir für Dein weiteres Leben vorgestellt?

  • Sowohl durch die Familie als auch durch die Sirene wage ich es gar nicht, große Pläne zu schmieden. Ich nehme das Leben, wie es ist. Allerdings wünschte ich mir, dass ich mein Haus und meinen Garten bekommen werde.

Wie sieht ein perfekter Tag für Dich aus?

  • Auch dies liegt sehr daran, wie ich mich fühle. Ich verachte es allerdings, dass die Welt der Menschen so schnell ist. Demnach versuche ich, dem entgegenzuwirken, wenn die Situation es zulässt. Pflanzen und Tiere, die man dazu zwingt, zu schnell hochzuschießen, sind weder glücklich noch so gesund wie jene, denen man ihre Zeit gegeben hat.